Pohutu Geysir

Rotorua im Regen – Schwefelgestank und leckeres Hangi

Und wirklich, teilweise ist es echt eklig! Überall schwefelt und köchelt es hier. Unzählige markierte und abgesperrte kleinere und größere Schlammlöcher speien Dampf und Gestank. Es brodelt richtig im Matsch wie in einem Kochtopf voller ungenießbarer dickflüssiger Brühe grauer Farbe. Der Ngaratoronga Cooking Pool macht seinem Namen alle Ehre: Vor lauter Schwefeldampf sieht man den ungefähr einen Meter durchmessenden, mit kochendem Wasser gefüllten Minikrater fast gar nicht. Die Ränder sind kunterbunt und schillern in einem dampfarmen Augenblick in rostigem Rot und zitronigem Gelb.

Als der leichte Nieselregen stärker wird und wir unsere Kapuzen richtig ins Gesicht ziehen müssen, erreichen wir den berühmten Pohutu-Geysir, von dem wir inmitten des dichten Nebels, den er verursacht, fast nichts erkennen. Man kann kaum einige Meter weit sehen, und fast finden wir den Weg Richtung Ausgang gar nicht. Plötzlich fährt eine Touristenbahn an uns vorbei, mit der man sich durch den Park kutschieren lassen kann. Tausende Japaner mit geliehenen durchsichtigen Regenschirmen steigen hier aus und beginnen Richtung Ausgang zu marschieren, während ich noch ein Foto mache. Als ich mich umdrehe, ist Lena verschwunden. Einfach abgetaucht inmitten eines Ozeans aus Plastikschirmen. Im stärker werdenden Regen, der meine Trekkinghose jetzt schon ziemlich durchnässt hat, laufe ich Richtung Ausgang und Souvenirshop, aber da ist Lena nicht. Ich laufe ein Stück zurück und rufe laut ihren Namen. Ein weiterer Weg führt in einer Kurve von hier aus in den Park hinein, und ich komme am Kiwi-Haus vorbei. Durch den Ausgang trete ich ein. Vielleicht hat Lena sich ja hier hinein geflüchtet, um nicht bis Asien mitweggeschwemmt zu werden. Aber hier drinnen sehe ich sie auch nicht. Plötzlich höre ich eine leise Stimme aus dem Dunkel: „Hier ist er!“ Lena ist es nicht, und sie kann auch nicht gemeint sein. Eine Angestellte will mir den Kiwi zeigen, der hier im künstlichen Nachtdunkel hinter Glas auf Nahrungssuche geht. Ich schaue ihn mir nur kurz an und frage die Maori-Frau, ob sie eine junge Touristin in gelber Jacke gesehen habe. Als sie verneint, verlasse ich schon leicht nervös und genervt den Bau. Lena kann doch nicht einfach so abhauen! Wo hat sie sich denn nur versteckt?! Ich kehre zum Pohutu-Geysir zurück, aber hier ist sie auch nicht. Also noch mal zum Ausgang. Wenn sie dann nicht da ist, dann warte ich dort halt. Durch den ganzen Park rennen bringt ja auch nichts. So läuft man nur aneinander vorbei. Ja, und dann steht das Kleinod auch endlich dort unter einem hölzernen Stand und wartet auf mich. Aufgeregt und besorgt stellen wir uns gegenseitig die Frage: „Wo warst Du denn?“ Schon erstaunlich, wie schnell man sich verlieren kann…

Tipps

  • Ein Stellplatz direkt am See wie auf dem Willow Heaven Campground hat was Romantisches!
  • Besucht die Polynesian Spas! Ich habe es bereut, dass ich nicht dort war.
  • Empfehlenswert ist das Restaurant „Zambique“ an der Tutanekai Street! Leckeres Essen, interessantes Interieur.
  • Passende Gaskartuschen erhält man in den sogenannten Hardware-Shops. Wenn Sie fündig geworden sind, nehmen Sie gleich mehrere mit! An der Tutanekai Street gibt es einen Shop, der sogar Primus-Gaskartuschen hat. Ansonsten sind die entgegen aller Erwartungen nicht leicht zu finden!
  • Der Besuch von Ohinemotu ist eher enttäuschend! Trostlose Siedlung mit einem Marae und einer Kirche.
  • Auf jeden Fall einen Hangi-Abend mitmachen! Der am Lake Rotoiti ist empfehlenswert!
  • Ein Besuch im Waimangu Volcanic Valley ist beeindruckender als ein Rundgang im Whakarewarewa Thermal Reserve, weil es ursprünglicher und naturbelassener ist!

Wir durchstöbern noch ein bisschen den Souvenirshop und kehren dann zu unserem Wohnmobil zurück, im Gepäck einige Ansichtskarten und eine Schirmmütze mit Maori-Symbolen drauf, die meine empfindliche Stirn gegen Sonne schützen soll. Wenn sie denn mal wieder auftaucht. Heute scheint dies nicht mehr der Fall zu sein, und so nutzen wir die (Regen-)Zeit, einige Kleinigkeiten in einem Diary, den hiesigen Tante-Emma-Läden, einzukaufen und genehmigen uns anschließend einen Schmaus bei McDoof, das auch hier in fast jedem zweiten Ort zu finden ist.

Willow Heaven CampgroundFür heute haben wir genug gesehen und suchen uns einen Stellplatz auf dem Willow Heaven Campground, der direkt am Lake Rotorua liegt. Er ist um diese Jahreszeit noch nicht und bei diesem Wetter schon gar nicht voll belegt, und so können wir uns eine Site direkt am Seeufer aussuchen. Mal eben rückwärts eingeparkt, und wir haben beim Abendessen einen tollen Blick auf den von einer dicken Wolkenschicht überdachten, eintönig grauen Haussee der Stadt. Einige einsame Schwäne – alles schwarze, keine weißen! – trotzen beherzt dem windigen Wetter, und als ich beim Abstellen des Gashahns die Gelegenheit nutze, in einem Anflug von Abenteuerlust auf den Bootssteg hinauszutreten – die dunklen Fluten reichen fast bis zu den knarrenden Holzbohlen empor – da weht mir die Luft ganz schön um die Nase. Am Ostufer, südlich von uns, scheint eine orangefarbene Lichtsäule über der Stadt zu stehen – ein hübscher Anblick.

Am nächsten Tag ist das Wetter erbarmungslos schlecht, und wir stehen heute so spät auf wie noch nie zuvor in unserem Neuseeland-Wohnmobil-Dasein: um 8 Uhr! Na ja, wirklich spät ist das ja nun auch nicht. Aber wir wissen auch nichts Rechtes mit uns anzufangen. Wir waschen erst mal eine Portion Kleidung, rufen zuhause an – dort gehen sie gerade ins Bett, es ist ja genau zwölf Stunden früher. Gegen elf verlassen wir den Campground und fahren hinein in das Town Centre. In der Nähe des Museum of Art and History finden wir am Straßenrand einen Stellplatz und finden uns wieder inmitten fauliger Gerüche. Über dem Erholungspark hier am Ufer des Sees liegt ein ständiger Schwefelgestank, der von den benachbarten Quellen herübergeweht wird. Vor dem Regen flüchten wir kurz in das Innere des Museums, aber so richtig Lust für eine Besichtigung haben wir nicht. Und schon sind wir wieder draußen im Regen.

Gehen wir doch einfach mal ins Info Centre! Das ist gar nicht weit. Und da können wir uns nach dem Hangi erkundigen, das wir auch kennen lernen wollen. In einem der Reisebücher habe ich gelesen, dass am Lake Rotoiti gute Maori-Folklore zu sehen sein soll. Und so ergibt es sich dann auch: Im Info Centre buchen wir direkt für heute einen Hangi-Abend mit traditionellem Maori-Tanz und -Gesang und leckerem Erdofen-Essen. Wir freuen uns schon – kann eigentlich nur das Highlight des Tages werden…

Aber was hat der Tag bis dahin zu bieten? Die Polynesian Spas sind uns empfohlen worden, aber irgendwie können wir uns dafür nicht aufraffen. Stattdessen marschieren wir los, um die alte Maori-Siedlung Ohinemotu zu besichtigen. Verrückt, gell? Statt sich in warmem Wasser zu entspannen, lassen wir uns noch mehr nass regnen und treten auch noch Asphalt! Als wir die ärmliche Hüttenansammlung dann erreichen, in der es nichts Spektakuläres zu besichtigen gibt, bereuen wir unseren Entschluss sofort. Wenigstens haben wir auf dem Weg hierher durch das Stadtzentrum noch lecker gegessen: Im „Zambique“ an der viel erwähnten Restaurant-Meile Tutanekai Street haben wir Ice Beer zum „Lamb Stack“ gegessen, einer Art Lammburger mit Feta-Pfannkuchen. Originell und lecker! Im Hintergund modernistische afrikanische Percussion und ein anziehendes Interieur machen das Bistro zu einer Empfehlung! Und wir haben auch endlich in einem „Hardware Shop“ Gaskartuschen für den Primus-Kocher bekommen. Von wegen, die gibt es überall. Bisher habe ich nur Kartuschen ohne Schraubverschluss gesehen, die wir nicht gebrauchen können. Wir haben daher auch gleich zwei genommen.

Auf dem Rückweg von Ohinemotu zum Wohnmobil peitscht der Wind den See am Ufer noch einmal so richtig durch, und die Wellen schwappen bis weit auf den Spazierweg am Wassersportzentrum der Stadt. Das ist bisher wirklich der schäbigste Tag hier. Also starten wir noch einen Großangriff auf die vollen Regale im riesigen „Pak ‘n Save“. Anschließend suchen wir den Lakeside Campground auf, von dem man uns abends abholen wird, und verbringen den Rest des Nachmittags im Wohnmobil und am Wäschetrockner des Campingplatzes. Man wird uns eine halbe Stunde früher abholen als angekündigt, haben wir aus einer Nachricht erfahren, die an der Rezeption bereits für uns vorgelegen hat. Um 17 Uhr 30 ist es dann soweit. Auf dem Wendehammer der Sackgasse, die zum Lakeside Campground führt, wartet ein großer Reisebus auf uns, und mit ihm ein sehr britisch erscheinender Fahrer mit gigantischen Segelohren, die uns an Mr. Spock erinnern. Sein Haarschnitt ist ebenso faszinierend: Was Ingo Appelt auf der Stirn trägt, das hat er sich im Nacken schneiden lassen. Seit 1980 habe es hier nicht mehr 6 Tage am Stück geregnet wie jetzt, teilt er uns mit. Das macht das ganze nur umso trauriger, finden wir.

HangiKurz darauf steigt eine Maori zu uns in den Bus: Anna, unsere Begleiterin, die uns durch den Abend führen wird. Der beginnt aber mit einer fast eineinhalbstündigen Tour, während der zahlreiche Hotels und Appartement-Anlagen angefahren werden, um die Gäste aufzusammeln. Mittlerweile ist es dunkel geworden, und der Regen peitscht an die Scheiben des Busses. Um 19 Uhr erreichen wir das Maori-Dorf am Ufer des Lake Rotoiti. Eigentlich sollte der Abend mit der traditionellen Begrüßung durch den Maori-Chief des hier lebenden Stammes auf dem Hof vor dem Marae, dem Versammlungshaus, stattfinden. Aber das Unwetter wird immer stärker und der Regen fährt wie aus Eimern schüttend in die aussteigende Menschenmenge, so dass wir uns alle im Laufschritt direkt zum Marae begeben. Vorher wird unter einem Holzdach noch traditionell nach Weiblein und Männlein getrennt, und dann treten wir ein. Rechts setzen sich die Frauen hin, links die Männer. Am Kopfende des Gebäudes befindet sich eine Bühne, auf der drei traditionell gekleidete Maori-Männer und zwei Frauen stehen. Alle von sehr unterschiedlicher Statur, und sie sehen nicht aus, als wäre ihnen zu warm. Der kleinste Mann, wohl auch noch der jüngste, führt die Begrüßungsansprache durch. Die Maorisprache hört sich schon sehr seltsam an, teilweise recht kehlig. Und die Aussprache ist noch ganz anders, als man vermuten würde, wenn man die vielen Namen und Begriffe selber ausspricht, die einem bei der Fahrt durch Neuseeland auf Maori begegnen.

Hangi AbendPlötzlich steht in der ersten Reihe ein Mann auf, einer aus der französischen Reisegruppe, die auf der Herfahrt in unserem Bus fast übermächtig zu sein schien, bittet auf Französisch um Gastfreundschaft für den Abend und stellt seinen Stamm vor. Er erklärt dabei, aus welchen Ländern der Welt seine Stammesmitglieder kommen. Dafür haben wir also vorher im Bus die ganzen Herkunftsländer gesammelt!

Offensichtlich wird uns die Gastfreundschaft gewährt, denn es geht locker weiter im Programm. Der eigentliche Chief tritt nun vor – ein üppiger, kräftiger Mann mit einer sympathischen Ausstrahlung. Er gönnt sich inmitten des Blitzlichtgewitters den Witz, dass ab jetzt auch fotografiert werden dürfe. Denn Anna hat uns vor unserer Ankunft im Dorf darauf aufmerksam gemacht, dass während der traditionellen Begrüßung das Fotografieren nicht erwünscht sei. Aber natürlich haben sich viele nicht daran gehalten. Typisch!

Anna steht nun auch mit auf der Bühne, und das Sextett verwöhnt uns mit hübschen Tänzen und schönem Gesang, der wirklich melodisch und schwungvoll ist. Sogar einige von Anna komponierte Lieder sind dabei. Hinzu kommen Stockspiele, für die auch zwei der Angereisten herhalten müssen. Aber die machen ihre Sache sehr gut. Besonders faszinierend ist natürlich der Haka, der Kriegstanz mit der berühmten Geste des Zunge-Herausstreckens und des Augen-Aufreißens. Sieht richtig mitreißend aus.

Auf dem Holzdach trommeln unnachgiebig die Wassermassen, und nach gut einer Dreiviertelstunde lädt uns der Chief an diesem „lieblichen Abend“ lächelnd zum Festmahl ein. Durch strömenden Regen sprintend geht es hinein in das benachbarte Haus, wo die Mahlzeiten eingenommen werden.

Das Essen wird wegen des schlechten Wetters dieses mal nicht in den Original-Erdöfen zubereitet, aber auf ähnliche Weise, versichert uns Anna. Zu unterst liegen heiße Steine, über die in einem Topf das Fleisch gegart wird. Darüber hängt ein weiterer Topf mit dem Gemüse. So ist der Tisch dann auch reichhaltig gedeckt, und insbesondere das Lammfleisch und das Couscous schmecken sehr gut. Die fremdartigen Kartoffeln munden mir nicht besonders, ihnen haftet irgendwie etwas Rauchiges an. Nicht mein Ding. Dann gibt es noch leckeren Nachtisch. Alkoholische Getränke muss man selber bezahlen, aber ein „Ice Beer“ gönne ich mir. Lena ist da bescheidener und bedient sich aus den auf den Tischen stehenden Wasserkrügen.

Plötzlich drängt sich ein menschliches Bedürfnis stark in mein Bewusstsein, und ich frage Anna, wo denn hier eine Toilette sei. Sie führt mich hinaus vor die Tür und zeigt auf das Marae. Und dahinter ist eine kleine Hütte, sagt sie. Ich spurte los, mitten durch den Regen, den ich total unterschätzt habe. Nach nur hundert Metern Spurt schon nass bis auf die Haut sage ich mir: Bloß schnell rein in die Hütte! Ich schaue gar nicht erst, ob ich hier richtig bin. Ich wundere mich zwar, dass es hier nur Sitzklos gibt, aber die tun es ja auch. Als ich nach dem Wasserlassen aus der Kabine komme und einer Frau gegenüberstehe, lächle ich sie beim Händewaschen entschuldigend mit einem „Sorry“ auf den Lippen an und bin schon wieder im Regen verschwunden. Einige weitere Sprünge über riesige Pfützen, in denen die Regentropfen wie Bomben Krater schlagen, und ich bin wieder im Speisesaal. Sch…, wäre ich man erst zurückgegangen, um meine Jacke zu holen. Nun sitze ich hier am Tisch, inmitten der anderen irritiert schauenden Touristen und tropfe vor mich hin. Nun ja, da steh’ ich drüber, das ficht mich nicht an!

Alles in allem war dies trotz der gewaltigen Wassermassen, die auf uns hernieder gingen, ein gelungener Abend. Und wir haben nicht den Eindruck, dass dieses hier Pseudo-Folklore für den Touristen war und dass wir irgendwie über den Tisch gezogen worden seien. Die Maori hatten selber Spaß an der Sache, das hat man gemerkt.

Nachdem die Hoteltour rückwärts gemacht wurde, können wir uns um 22 Uhr wieder in unser Wohnmobil zurückziehen und während der Nachtruhe von Sonnenschein und wärmenden Temperaturen träumen…

Und es hat etwas genützt! Die Sonne lacht schon morgens etwas. Endlich, nach zwei Tagen Dauerregen in Rotorua! Um 8 Uhr stehen wir auf und fühlen uns recht fit. Unsere Nachbarinnen in den Zelten nebenan hingegen sehen nicht so munter aus, sondern richtig verpennt. Nach dem wie immer üppigen Cerealien- und Wabbelbrot-Frühstück geht es weiter auf unserem Weg nach Süden. Erstes Ziel ist das Waimangu Volcanic Valley mit dem berühmten Frying Pan Lake, der scheinbar vor sich hin kocht. Auf der Fahrt dorthin tropft es leider doch hin und wieder aus den allgegenwärtig zu sein scheinenden Wolken über uns. Als wir jedoch um 11 Uhr auf den Parkplatz fahren, kommt wieder mal die Sonne raus und will uns so richtig eins auf den Pelz brennen. Das ist echt ein Hin und Her hier mit dem Wetter. Regenjacken nehmen wir vorsichtshalber mit, bestimmt regnet es nachher wieder.

An der Kasse erfahren wir, dass ein etwa eineinhalbstündiger Wander- oder Spazierweg durch das Tal führt, der am Lake Rotomohana endet. Dort könnte man noch eine Bootsfahrt machen, oder auch gleich mit dem Bus zurück fahren, was wir dann auch bevorzugen.

Der Weg bietet so manches Phänomen, das uns zum Staunen bringt. Da ist zum einen natürlich dieser Bratpfannensee, aber so richtig brodeln tut der nicht. Mystischer Dampf aus Schwefel- und Kohlendioxid-Schwaden steigt hier überall auf. Ein Bach ergießt sich aus dem See und wird begleitet von stinkendem Nebel. Es wird einem auch sofort wärmer, wenn man inmitten dieser Dämpfe steht. Ein kurzer Regenschauer erinnert uns daran, dass auf die Sonne hier kein Verlass ist, und bald erreichen wir ein weiteres Highlight: den Inferno-Krater, der seinem Namen alle Ehre zu machen versucht. Regelmäßig steigt hier das Wasser über mehrere Tage um einige Meter an, um sich dann gewaltig in dem kleinen Bach zu entladen, der jenen Hang hinunterfließt, den wir zum Krater hinaufsteigen mussten. Die Oberfläche des Kratersees ist nur selten zu sehen; dichtester Qualm weht ständig über ihr und gibt kaum den Blick auf das fast kochende Wasser frei. Nahezu 80°C sind es, wenn der See seinen höchsten Pegel erreicht hat und dann überläuft. Zu diesem Zeitpunkt hat er eine Tiefe von 30 Metern. Anschließend sinkt der Wasserspiegel im Verlaufe der folgenden 15 Tage um 8 Meter. Nicht nur wegen der Temperatur des Sees hätte man hier nicht lange Spaß am Baden – bei einem pH-Wert von 2,1 würde man in dem stark säurehaltigen Wasser reichlich angefressen werden…

Auf dem weiteren Weg sehen wir noch mehr interessante Dinge, z.B. die „heißen Öffnungen“, kleine Löcher am Wegesrand, umrandet von kunterbuntem Fels, aus denen es ständig herausdampft. In diesem Moment kommt der Shuttle-Bus vorbei, mit dem wir auch später zurückfahren werden, um uns den Rückweg zu sparen. Sein Fahrtwind zieht den Qualm richtig aus den Löchern heraus, und sie dampfen so richtig los! Auf der anderen Seite des Weges liegt die „Puara Terrasse“, eine faszinierende Landschaft aus rostfarbigen Silikatablagerungen.

Schließlich erreichen wir die Haltestelle am See, und um 13 Uhr 15 kehren wir zusammen mit einem Dutzend anderer Reisender mit dem Bus zum Souvenirshop und Café am Eingang zurück. Natürlich gelangt man nur durch den Shop aus dem Park hinaus, aber vielleicht finden wir ja auch mal was Hübsches. Und tatsächlich: Lena kauft für ihren Bruder und dessen Freundin T-Shirts und für ihre Eltern Blumensamen, während ich mich auch für ein witziges T-Shirt entscheide.

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