Huka Falls

Reise zum Lake Taupo und Tongariro National Park

Während der unspektakulären Weiterreise zum Lake Taupo, der auf dem Weg Richtung Tongariro National Park liegt, machen wir einen Abstecher zu den Huka Falls. Interessanterweise finden wir hier bekannte Gesichter vor: drei Amerikaner, die auch gestern beim Hangi-Abend dabei waren und uns deshalb aufgefallen sind, weil der Busfahrer ihnen eine Extrawurst gebraten hat: Offensichtlich waren sie noch nicht fertig mit dem Koffer-Reintragen, und so holten wir erst andere Hangi-Touristen ab, bevor dann noch einmal ihr Hotel angefahren wurde…

Lake Taupo

Tipps

  • Ein kurzer Stop im Städtchen Taupo zum Bummeln und Kaffeetrinken am See könnte sich lohnen! Habe ich leider versäumt. Turangi hingegen bietet nicht viel.
  • Vorsicht vor Autodieben! Auf Parkplätzen nicht zu leichtsinnig sein!
  • Der Rundgang um den Lake Rotopounamu ist eher langweilig. Zumindest bei Schmuddelwetter.
  • Mit dem fluffigen Brot, das es in Neuseeland fast ausschließlich zu geben scheint, macht man sich am besten saftige, dick belegte Sandwiches! Göttlich! Auch ideal als Snack für unterwegs.

Auch hier tröpfelt es wieder, kaum dass wir fünf Minuten aus dem Wohnmobil heraus sind. Aber es dauert nicht lange, und wir gönnen uns ein Eis – auf dem Parkplatz steht abwartend ein Kleinbus mit reichlich Auswahl. Aber manche scheinen es ja mit den Ohren zu haben: Wir bestellen die Nummern 5 und 9, bekommen jedoch 11 und 13. Na ja. Zum Ausgleich schmeckt es dann auch nicht besonders gut.

Stadt TaupoDie Stadt Taupo macht einen recht hübschen Eindruck und erscheint uns ziemlich lebhaft. Eine Promenade am Ufer des Sees lädt zum Flanieren ein, und von den Cafés am gegenüberliegenden Straßenrand bietet sich ein beeindruckender Blick über das Wasser. Bei klarem Wetter soll man von hier aus bereits die Vulkane im Nationalpark sehen können. Leider ist uns das nicht vergönnt. Obwohl es gerade mal wieder nicht regnet, ist es sehr diesig und der Himmel wolkenverhangen. Statt uns etwas den Ort anzuschauen fahren wir gleich weiter am östlichen Seeufer entlang Richtung Turangi, wo wir übernachten wollen. Dort sollen auch interessante Kurzwanderungen möglich sein, etwa zu den „Säulen des Herkules“.

Während der Fahrt sehen wir nicht viel vom See, meistens trennen Hügel die Straße vom Lake Taupo. Kurz vor Turangi erleben wir dann eine Überraschung. Plötzlich stehen einige „Warning: Flooding!“-Schilder am Straßenrand, und in einiger Entfernung sehen wir auch den Grund dafür: Die gesamte Straße steht unter Wasser! Die hindurchfahrenden Autos spritzen das Nass in gewaltigen Fontänen nach rechts und links, und ich bin immer noch zu schnell, als wir auf die Stelle treffen. Hart klatscht das bestimmt 20 Zentimeter hoch stehende Wasser gegen den Unterboden unseres Gefährts, so dass ich Angst kriege, irgendetwas könne beschädigt werden. Schnell auf die Bremse, damit wir langsam durch die Fluten kriechen können!

Mann, wir sind doch sehr erstaunt. Da hat der Regen ja schon einiges hier angerichtet. In Turangi selbst ist von Überschwemmungen Gott sei dank nichts zu sehen. In dem kleinen Ort fahren wir sofort den nächsten Campingplatz an, oder besser gesagt, eine Art Motel mit einigen Stellplätzen für Caravans. Hier buchen wir uns für die Nachtruhe ein. Es wird ein regnerischer Abend, aber wenigstens sehen wir zwei hübsche Regenbögen, während wir eine leckere Kürbissuppe löffeln…

„It’s raining again“… Warum nur fällt mir als erstes an diesem Morgen der Song von Supertramp ein?! Wir wollen gar nicht aufstehen, macht ja auch keinen Spaß bei dem Dauerregen draußen. Heute soll auch so ein Wetter werden wie gestern, erst am Samstag ist mit Besserung zu rechnen. Also müssen wir den heutigen Tag noch irgendwie rumkriegen, wenn wir morgen den Tongariro Crossing Track wandern wollen.

Um 10 Uhr besuchen wir das hiesige Info-Centre, um uns zu unseren Plänen beraten zu lassen. Am Sonntag solle es noch besser werden, der Samstag sei noch zu unsicher, teilt man uns dort mit. Aber am besten schaue man morgens erst mal raus und entscheide dann, so der pragmatische Tipp. Im nahen Department of Conservation sagt man uns das gleiche.

Für heute hat man uns empfohlen, die etwa eineinhalbstündige Rundwanderung um den Lake Rotopounamu zu machen. Als wir unser Wohnmobil auf dem dortigen Parkstreifen abstellen, hält kurz darauf ein alter Kleinlaster ein paar Meter vor uns. Der Fahrer, ein schon etwas älterer Mann, steigt aber nicht aus. Während wir einen Tagesrucksack mit einigen Kleinigkeiten füllen und ich meine Fotoausrüstung zusammenklaube, hockt er immer noch da und scheint zu warten. Lena wird unruhig. Dennoch steigen wir aus und begeben uns auf die andere Straßenseite, wo der Weg durch den dichten Wald zum See hin aufsteigt. Der Mann sieht uns und grüßt.

Am Straßenrand warnt ein Schild vor Autodieben. Kaum sind wir ein Stückchen gegangen, hält Lena es nicht mehr aus und rechnet schon damit, dass der Alte an unserer Tür rumfingert. Die Erfahrungen auf Mallorca letztes Jahr haben schon irgendwie geprägt. Lena verschanzt sich hinter einem Baum und sieht, dass der alte Mann jetzt ausgestiegen ist und etwas herumläuft. Nach kurzer Lagebesprechung beschließen wir auf Nummer Sicher zu gehen und kehren zum Wagen zurück und tun so, als ob wir etwas vergessen hätten, indem nur Lena  hineingeht und ich draußen warte. Sicherheitshalber packt sie alle wichtigen Papiere und ihren CD-Player ein. In diesem Moment lässt der Mann seinen rostigen Laster wieder an, fährt los und verschwindet hinter der nächsten Kurve.

Tja, was hat er wohl gewollt? Wir machen uns wieder auf den Weg in den Wald und hoffen, dass er nicht wieder zurückkehrt und wir unser Gefährt wohlauf vorfinden werden.

Lake RotoairaDie Rundwanderung ist nicht besonders interessant, es geht viel durch Wald; die spärlichen Blicke über den See rufen keine Aha-Effekte hervor. Ein kleines Stückchen Ufer lädt zum Fotografieren ein, ansonsten regnet es immer mal wieder zwischendurch. Anstrengend sind die Stücke des Weges, die direkt über Sandstrand führen; dort ist doch nicht so gut laufen in den Wanderschuhen. Und er zieht sich ganz schön hin, der Pfad. Um 14 Uhr sind wir endlich am Wohnmobil zurück und finden es tatsächlich unangetastet vor. Mittlerweile sind wir auch nicht mehr die einzigen hier, was vielleicht auch ein Grund dafür sein mag.

Am Ufer des benachbarten großen Bruders des Lake Rotopounamu, des Lake Rotoaira, nehmen wir anschließend als Stärkung einige selbstgebastelte Sandwiches zu uns. Die sind immer so richtig lecker und schön saftig; mit Schinken oder Hühnchenfleisch, dazu Käse, Tomate und Gurke als Gemüsebeilage, und obendrauf ein Klecks Sandwichsoße, eine Mischung aus Senf und Mayonnaise – göttlich!

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