Mt. Cook National Park

Eine schöne letzte Wanderung im Hooker Valley

Es ist Sonntag. Unser letzter in Neuseeland. Leider sind die Klamotten von gestern immer noch feucht, und ich schmeiße alles noch mal in einen der riesigen Trockner. Das klappt dieses mal ganz gut, und um halb elf machen wir uns auf Richtung Mt. Cook National Park, unserer letzten Etappe, bevor wir dann nach Christchurch fahren werden.

Mt Cook National Park TrekEs ist mal wieder typisch. Heute werden wir wahrscheinlich die meiste Zeit des Tages im Wohnmobil verbringen, und es ist herrlichstes Wetter. Richtig schön warm, die Sonne brennt auf uns hernieder und meint es echt gut. Aber dies hier ist schließlich auch nicht Fjordland. Da herrschen andere Gesetze.

Der Weg Richtung Norden führt uns als erstes zur Kawarau Bridge, dem Ursprung des Bungee Jumping. Natürlich machen wir Halt, um uns das Spektakel anzuschauen. Zahlreiche Fahrzeuge befinden sich an diesem Vormittag bereits auf dem Parkplatz neben dem hübschen Holzhäuschen, in dem man Andenken kaufen und sich für den Sprung anmelden kann. Einhundert Dollar kostet der Spaß, für den man sich vorher wiegen lassen muss, damit die Helfer das Seil richtig einstellen können. Lena und ich sind noch skeptisch, ob das was für uns ist; wir schauen erst mal zu.

Die Brücke spannt sich über eine schöne Schlucht, und unser Blick fällt scheinbar ins Bodenlose. Wenigstens fiele man nicht auf Stein, sondern ins Wasser, denn unter uns fließt ruhig der Kawarau River dahin. Ein kleines Schlauchboot lauert unten an einem Anleger auf die Springer, um sie wieder an Land zu bringen.

Tipps

  • Schauen Sie sich das Spektakel beim Bungee-Jumping an der Kawarau Bridge auf jeden Fall an! Wagemutige dürfen natürlich auch springen!
  • Arrowtown lohnt einen Abstecher!
  • Im Dörfchen Mount Cook gibt es nur einen kleinen Campingplatz. Fahrt rechtzeitig hin, um einen Stellplatz zu bekommen! Vorausreservierung ist wahrscheinlich gar nicht möglich, da es gar keine Rezeption gibt, sondern nur einen Wächter, der abends die Gebühr kassiert.
  • Der Hooker Valley Track ist ein Muß! Wenn das Wetter es erlaubt, dann erkundet auch die anderen Wanderwege!
  • Im Hotel „The Hermitage“ in Mt. Cook gibt es einen Mini-Shop mit leckerem Kuchen und Kaffee!

Kawarau BridgeWir stehen seitlich neben der Brücke an der Schlucht und sehen mit zunehmender Gänsehaut zu, wie sich einer (oder eine) nach dem (oder der) anderen mit einem Jauchzen oder auch mit einem gräßlichen Schrei in die Tiefe stürzt. Unten zieht dann der Bootfahrer den Mensch ins Boot, löst ihn von dem Seil und hangelt sich und das Gefährt an einem weiteren, am Fluss gespannten Seil ans Ufer zurück. Das müssen wir uns aus der Nähe betrachten und betreten die Brücke. Direkt neben der Absprungstelle können wir beobachten, wie das dicke Seil an den Füßen befestigt wird; das ist schon ein richtiges Gestell, das man da tragen muss. Witzig wird’s, als zwei junge Mädchen gemeinsam(!) springen wollen. Als die beiden da hoch oben über dem Fluss bereit stehen, scheint sie der Mut zu verlassen, und die Helfer müssen sie dreimal anzählen, bis sie sich dann doch todesmutig laut schreiend in die Tiefe fallen lassen. Überglücklich hängen sie dann knapp über dem Wasser und umklammern sich lachend. Bewundernswert. Scheint gar nicht so schlimm zu sein, denke ich mir, aber nur für einen Moment, dann schiebe ich den Gedanken beiseite, selber zu springen. Ist irgendwie doch nichts für mich. Schon die Vorstellung, da oben zu stehen, unter mir nichts… Ich glaube, mich hätten die schubsen müssen, damit ich da runterkomme. Spontan erinnere ich mich an meinen ersten (und bis heute einzigen!) Dreimetersprung im Schwimmbad. Den musste ich damals in der 5. Klasse machen, damit ich den Fahrtenschwimmschein bekomme. Es hat auch etwas gedauert, bis ich hinuntergesprungen bin – und das waren nur drei Meter…!

Aber es war auch so interessant und spaßig, sich das Geschehen hier anzuschauen. Wir fahren weiter; es geht ein Stück die Strecke zurück, die wir von der Westküste aus hergekommen sind. Als uns ein Hinweisschild am Straßenrand auf Arrowtown aufmerksam macht, das noch das Flair einer Stadt aus der Goldrauschzeit haben soll, biegen wir links ab. Wir sind zwar etwas skeptisch nach den eher enttäuschenden Erfahrungen mit Shantytown, aber Arrowtown hingegen ist eine echte, lebende Stadt. Schon bei der Einfahrt in den kleinen Ort gewinnen wir den Eindruck, dass es hier ganz hübsch ist. Nette Häuser mit üppigen grünen Gärten säumen die Straßen, und alles sieht sehr einladend und gemütlich aus. Das Zentrum der Stadt besteht im wesentlichen aus einer Hauptstraße, die für Touristen wie uns wohl am interessantesten ist. Wir stellen unser Wohnmobil auf einem nahen Parkplatz ab und machen uns zu Fuß auf Erkundungstour.

Die Gebäude sehen nur noch zum Teil aus, als könnten sie aus der Goldgräberzeit stammen. Bei vielen handelt es sich um Geschäfte mit kitschigen Andenken und Kleidungsstücken, aber auch um Galerien mit künstlerischen Gegenständen aus Keramik, Holz oder Jade, für welche Arrowtown berühmt ist. In einem Laden, der etwas zurück in einem hübsch angelegten Hof liegt, werden wir mal wieder fündig. Eine wunderschöne Holzschale findet unser Gefallen, und wir reihen sie dann auch in die Gruppe unser Mitbringsel ein. Einige Türen weiter schauen wir uns in einem Jade-Geschäft um, und Lena findet hier einen schönen grünen Anhänger, den sie prompt zu ihrem Eigentum macht.

Da heute so ein schöner, warmer Tag ist, gönnen wir uns ein Eis. Lena erwischt u.a. eine Sorte mit Kaugummis oder so ähnlich drin – nicht so prickelnd. Aber ansonsten ist das Eis lecker. Wir müssen schnell lecken, da es in der warmen Sonne schnell schmilzt. Wir kommen fast gar nicht nach, die Suppe läuft schon an den Fingern runter… In der Nähe des Parkplatzes finden wir anschließend eine urige Bäckerei, in der wir uns noch mit wohlschmeckenden Kleinigkeiten und einem kräftigen Brot versorgen, das nicht so fluffig aussieht wie sonst überall, bevor wir auch hier Abschied nehmen.

Als wir die Obst-Stadt Cromwell passieren, die uns mit überdimensionalen Früchten begrüßt, verlassen wir die Route, die uns hierher gebracht hatte. Dieses mal fahren wir am Ostufer des Lake Dunstan entlang, wo wir an einem netten Picknickplätzchen einen Stop einlegen. Wir machen uns saftige Sandwiches und recken unsere Hälse ein wenig in die Sonne. Ah, so lässt es sich aushalten!

Lindis ValleyAuf der Weiterfahrt durchqueren wir das Lindis Valley und begegnen hier einer sehr abwechslungsreichen Gegend. Überall links und rechts blühen riesige Wiesen kunterbunter Lupinen – ein herrlicher Anblick inmitten des Grüns. Aber kaum nähern wir uns dem Lindis Pass, weicht diese Üppigkeit einer etwas trostloseren, aber nicht weniger reizvollen Landschaft: Braunrotes Tussockgras breitet sich über die flachen Hänge aus, die Straße ist zum Teil staubig und heftiger Wind macht sich unangenehm beim Fahren bemerkbar. In Omarama sehen wir in der Ferne die berühmten weißen Klippen, die uns aber nicht locken können. Unser Weg führt weiter über Twizel, wo wir erst mal tanken und eine Karte vom Mt. Cook National Park kaufen. Wir wissen ja noch gar nicht so richtig, was uns da erwartet. Ich habe gelesen, dass es sich nur lohnt, in den Park zu fahren, wenn man am Lake Pukaki den Mt. Cook sehen kann. Wenn dort schon schlechtes Wetter ist, dann kann man sich den über fünfzig Kilometer weiten Weg in die Sackgasse des Highway 80 schenken.

Aber wir haben Glück. Auf einem Parkplatz am Südende des langgestreckten Sees halten wir an, um einen ersten Blick auf die ferne Berggruppe um die höchste Erhebung Neuseelands herum zu werfen. Es sieht tatsächlich so aus, als ob wir in den letzten Tagen hier in Aotearoa noch einmal gutes Wetter haben, und wir sind schon ganz aufgeregt. Gletscher und eine schöne Wanderung erwarten uns.

Die Weiterfahrt führt uns an Schafherden vorbei und an einem direkt am See gelegenen Campingplatz auf halber Strecke zu dem kleinen – eigentlich winzigen – Örtchen Mt. Cook. Endlich lassen wir die ruhig daliegende Fläche des großen Sees hinter uns, und im Osten erheben sich die Burnett Mountains. Vor uns öffnet sich ein Talkessel, in dem sich der Ort Mt. Cook befindet, umgeben von schnee-, eis- und gletscherbedeckten Bergen. Das Tal liegt schon halb im Schatten der langsam untergehenden Sonne, schließlich ist es schon später Nachmittag. Da wir uns aber noch nicht für die Nacht einquartieren wollen, biegen wir vor den Bergen rechts ab Richtung Tasman Gletscher, um im letzten Tageslicht noch einen Blick auf ihn werfen zu können.

Das Ende der sehr holprigen Straße erreichen wir nach einigen Minuten Fahrt etwa um 18 Uhr. Eine kurze Wanderung bringt uns an den kleinen Blue Lakes (die eigentlich grün sind) vorbei zu einer Aussichtsplattform, die wir regelrecht erklettern müssen. Von hier aus haben wir einen großartigen Blick auf den äußerst schmutzigen Gletscher vor uns und die Berge ringsum. Man erkennt kaum, wo sich der Gletscher eigentlich befindet. Das Problem ist offensichtlich bekannt, denn vor uns steht ein erklärendes Schild mit dem Titel „Wo ist der Gletscher?“…

Rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit wollen wir auf jeden Fall noch einen Platz auf dem einzigen Campingplatz in Mt. Cook, dem White Horse Campground ergattern. Daher treten wir alsbald den Rückweg an und fahren wieder zur Hauptstraße zurück. Noch vor dem Ort biegen wir wieder rechts ab, und bald gelangen wir auf den kleinen, schmucklosen, aber fast gefüllten Campground. Die Stellplätze sind recht großzügig, aber nicht zahlreich, und wir haben Glück, dass wir am Ende des Geländes noch einen freien Platz erwischen. Direkt in der Nähe des nicht einladend wirkenden Toiletten- und Waschhauses. Sonst bietet der Platz wirklich nichts. Und wo um alles in der Welt müssen wir die neun Dollar Gebühr bezahlen? Kein Kassenhäuschen, kein Briefkasten zum Einwerfen – nichts. Dann eben nicht!

Während wir uns für den Abend und die Nacht einrichten und unser Abendessen zubereiten, bewundern wir den eigentümlichen grünen Bus, der mit Wäscheleinen behängt den benachbarten Stellplatz verziert. Starkes Gefährt. Sieht aus, als stünde es immer hier.

Schließlich setzen wir uns an den Tisch, um unser leckeres Abendmahl aufzunehmen. Wir erschrecken fürchterlich, als es plötzlich an der Tür klopft. Wer mag das denn sein? Ich öffne vorsichtig, und vor mir steht ein großer, etwas mitgenommen wirkender Mann mit runder Brille und lässig übergeworfener Uniformjacke, die auch schon gelitten hat. Hinter ihm äugt ein etwa dreizehn Jahre alter Junge über seine Schulter. Der Mann stellt sich als „Park-Warden“, also Wächter des Campingplatzes vor und möchte die Übernachtungsgebühr kassieren. Wir bekommen eine Quittung, während der Junge das Geld einsackt. Die beiden verabschieden sich und machen ihre Runde. Schließlich beobachten wir, wie die beiden in den riesigen Bus nebenan einsteigen. Aha. Hier haust der Parkwächter also. Die ganze Saison über? Oder vielleicht wohnt er hier sogar richtig? Abends hier zu kassieren ist aber doch bestimmt nicht alles, was er macht, oder? Und der Junge…?

Außer mit dem Fabulieren von wilden Vermutungen verbringen wir den Rest des Abends mit Rummikub spielen. Außerdem darf Lena sich mit ihrem Heuschnupfen-Niesen rumplagen. Schließlich ist hier auf der anderen Seite der Erdkugel jetzt Frühling…!

Am nächsten Morgen starren wir erst einmal entgeistert und amüsiert aus den Fenstern. Heute ist der 6. Dezember, und draußen laufen tatsächlich einige der Camper mit Nikolausmützen auf dem Kopf herum! Bereits gestern sind wir auf der Herfahrt etwas auf Weihnachten eingestimmt worden, als wir einen deutschen(!) Radiosender mit Weihnachtsmusik gehört haben…

Hooker ValleyIch bin überzeugt, an einem 6. Dezember haben wir noch nie solch ein herrliches Wetter gesehen! Nachdem sich die anfänglich vorhandenen Wolken verzogen haben, ist es einladend warm draußen, der große Energiespender am Firmament hat gute Laune und erleuchtet fröhlich den Talkessel. Wir packen unsere Wanderklamotten zusammen, denn wir wollen das Hooker Valley erforschen. Der Hooker Valley Track soll eine sehr schöne Kurzwanderung sein, die am Hooker River entlang bis in die Nähe des Mt. Cook führt, zum Hooker Lake, in den der gleichnamige Gletscher mündet.

Zusammen mit einigen anderen Wanderern erreichen wir den Beginn des Tracks, und sofort wird uns etwas beklommen zumute. Am Rande des Weges steht leicht erhöht ein Gedenkstein, das „Alpine Memorial“, auf dem an die drei Bergsteiger erinnert wird, die bei der Besteigung des Mt. Cook Anfang 1914 in einer Lawine tödlich verunglückt sind.

Der Weg ist sehr gut zu gehen, hat nur leichte Aufs und Abs und führt in ein herrliches Tal hinein. Bald sehen wir unter uns den grauen Hooker River dahinfließen, überspannt von einer großen Hängebrücke. Links von uns erstreckt sich der ebenfalls dreckiggraue Mueller-Gletscher in das Tal. Von dieser Stelle hat man einen fantastischen Rundumblick in das Hooker Valley. Der Track führt von nun an immer am Fluss entlang bis hin zum Hooker Lake, dem dieser entspringt.

Die Hängebrücke ist die größte, die wir bisher gesehen haben. Einem Schild entnehmen wir, dass sie für 20 Personen geeignet ist. Die meisten, die wir kennen gelernt haben, sollten immer nur von einer Person überquert werden! Bald erkennen wir vor uns aber auch den Grund dafür, hier solch eine stabile Brücke hinzusetzen. Eine langgezogene Gruppe Japaner jeden Alters zieht sich vor uns über den Weg. Im Gänsemarsch wandern sie daher, und wir sind überzeugt, über die Hängebrücke sind sie genauso gegangen. Da muss diese ja was aushalten. Wir überholen die Gruppe und bewundern die teilweise uralten Leute, die hier über Stock und Stein kraxeln. In dem Alter möchte ich das auch noch können!

An einer schönen Stelle machen wir eine Pause am Wegesrand und essen einige Sandwiches. Während ich mich fast in den Fluss stelle, um einige schöne Aufnahmen von demselben mit dem Mt. Cook im Hintergrund zu machen, zieht die Vorhut der Asiaten schon wieder an uns vorbei und wünscht guten Appetit. Beim Fotografieren stelle ich fest, dass der Mt. Cook fast wie ein Gesicht aussieht, und zwar wie ein Nikolaus mit Bart und Zipfelmütze. Passt ja zum heutigen Tag. Lena meint aber, das Gesicht schaue zu grimmig drein für einen Nikolaus, es sehe eher aus wie „Jabba the hut“ aus Star Wars…

Wir passieren eine Schutzhütte und gelangen um 13 Uhr an den Endpunkt der Wanderung, einen milchigen See voller kleiner Eisberge, die zum Teil recht witzige Formationen und Türmchen darstellen. Langsam fließen sie davon, in den Fluss hinein, und stürzen dabei um…

Eine Riesenschar Japaner lagert am See, und wir werden Zeuge, wie sich jeder einzelne vor dem Mt. Cook ablichten lässt. Ich habe Mühe, ein Bild zu machen ohne einen der Asiaten drauf!

Lena ruht sich auf einem langgestreckten Stein in der warmen Sonne aus, während ich meinen Fotorundgang mache. Zur Ruhe komme ich kaum…

Kurz nach 15 Uhr kehren wir zufrieden auf den Campground zurück und bereiten uns auf die Weiterfahrt vor. Vor der Abfahrt wollen wir aber zunächst noch dem winzigen Ort Mt. Cook einen Besuch abstatten. Er besteht aus nicht viel mehr als dem großen Hotel „The Hermitage“ (wo wohl die ganzen Japaner übernachten; erinnert mich irgendwie an das Chateau Lake Llouise in den kanadischen Rockies…), einem Touristen-Informationszentrum und einigen wenigen Häusern. Im Hotel finden wir so etwas ähnliches wie einen Shop: Im „Coffee & Grocery“ stöbere ich einige Leckereien auf, während Lena draußen im Wohnmobil wacht. Da es hier nicht viele Parkplätze gibt, mussten wir uns ordnungswidrig vor das Hotel stellen… Mit Kuchen und Kaffee kehre ich zurück, und wir stärken uns ein bisschen. Besonders lecker ist der Peanut-Cake!

Schließlich schauen wir uns noch in dem recht großen Visitor Centre um und können auf einem schönen Modell der Umgebung gut unsere Wanderung nachvollziehen.

Um 16 Uhr begeben wir uns wieder auf den Highway 80, der uns zurück auf die Straße Richtung Christchurch bringt. Hinter uns zieht sich der Himmel zu, und der Mt. Cook, der bei den Maori Aoraki heißt, ist plötzlich nicht mehr zu sehen. Wir denken kurz an die Wanderer, die uns auf dem Rückweg noch entgegen gekommen sind und freuen uns einmal mehr, dass wir dieses Mal richtig Glück mit dem Wetter hatten. Und schon fängt es auch an zu gießen!

Die Schafherde auf der Straße scheint das aber gar nicht zu stören. Wir reihen uns hinter zwei Autos ein, die sich nicht trauen, die Tiere etwas anzutreiben. Hinter uns nähert sich ein Bus, dem das alles zu lange dauert. Er setzt langsam zum Überholen an und drängelt sich durch die weiße flauschige Menge, die laut blökend auseinander birst. Ich nutze die Gelegenheit und steuere uns in den Windschatten des Busses, damit auch wir schneller durch die Schafherde kommen…

Lake TekapoAuf dem weiteren Weg zum Lake Tekapo bleibt das Wetter schlecht. Heftiger Wind schüttelt uns auf dem ungeschützten Highway durch, und Regen klatscht unaufhörlich gegen die Windschutzscheibe. Um halb sechs erreichen wir den Ort Tekapo mit der berühmten kleinen Kirche am See, die zahlreiche Postkarten schmückt. Wir tanken erst einmal und kaufen bei der Gelegenheit im benachbarten Shop gleich noch ein paar Kleinigkeiten für den Abend ein, bevor wir das kurze Stück bis zur „Church of the Good Sheperd“ weiterfahren. Es hat zwar aufgehört zu regnen, aber es ist nicht viel Sonne da. Dafür aber umso mehr Menschen, die sich das unscheinbare turmlose Gebäude mit den trüben Glasfenstern anschauen wollen. Schön ist sie nicht, diese Kirche, aber idyllisch gelegen auf einem kleinen Hügel am Lake Takapo, von dem aus man einen schönen Blick auf die Berge hat – bei schönem Wetter wohlgemerkt!

Wir fahren wieder ein Stück die Straße zurück, um auf einem nahegelegenen Campground zu übernachten, an dem wir vorbei gekommen sind. Er liegt unweit des Sees auf einer Anhöhe. Hier finden wir einen schönen Stellplatz mit Blick auf den See und einige Jachten, die vor uns in einem kleinen Hafen liegen. So ein kleines Boot wäre schon was…

Den Rest des Abends verbringen wir im Regen, oder besser, wir im Wohnmobil und der Regen draußen. Wenigstens kann ich mich im Waschraum endlich meines in den letzten Tagen gesprossenen Bartes entledigen…

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